Akademie


YOUNG CURATORS ACADEMY
Austauschen, Zuhören, Aktivieren, Empowern

WHAT

Das Maxim Gorki Theater hat auf Initiative von Shermin Langhoff (Intendantin des Maxim Gorki Theaters Berlin) und Ong Keng Sen (Intendant von TheatreWorks Singapore sowie Festivalinitiator und -leiter des Singapore International Festival of Arts von 2014 bis 2017) über 30 junge internationale Programmmacher*innen zur ersten Ausgabe der Young Curators Academy im Rahmen des 4. Berliner Herbstsalons eingeladen, die sich auf einen Open Call hin beworben haben.

Die Young Curators Academy soll eine Plattform für künstlerische und aktivistische Allianzen und Solidarität bieten. Die Hosts sind Ong Keng Sen, Irina Szodruch und Erden Kosova.

WHY

Die zweiwöchige Young Curators Academy hat als Ziel, öffentliche Debatten anzuregen, engagierte Künstler*innen zusammenzubringen und widerständige Energien zu befördern. Die Kurator*innen der Young Curators Academy arbeiten alle an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus – oft unter schwierigen politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen – und kommen zusammen, um sich austauschen und gegenseitig zu empowern. Diese Plattform soll dazu dienen, durch den Austausch mit ähnlichen Erfahrungen die eigene künstlerische Praxis zu reflektieren und zu vertiefen.

Die Young Curators Academy öffnet einen Raum für junge Künstler*innen, Theoretiker*innen und Theatermacher*innen, die sowohl ihre eigenen Veranstaltungen kreieren als auch neue Formen von Kuration entwickeln. In diesem Zusammenhang bedeutet »jung« Pionierarbeit und »Kurator*innen« Personen, die Teil verschiedener Communities sind und diese aktivieren. Die Young Curators Academy richtet sich an alle, die Verbindungen zwischen verschiedenen Mikrokontexten herstellen und neue Selbstverortungsmöglichkeiten jenseits patriarchaler Grenzen anbieten. Die Young Curators Academy formt ein intersektionales Narrativ darüber, wie man sich über Prozesse austauschen und alternative Zugehörigkeitsmodelle diskutieren kann.

HOW

Zu den öffentlichen Veranstaltungen der Young Curators Academy gehört zum einen der Young Curators Academy Marathon, bei der die teilnehmenden Kurator*innen ausgewählte eigene Projekte vorstellen, die Kunst und Aktivismus im thematischen Kontext von »De-heimatize Belonging« verbinden. Mit Blick auf den lokalen Kontext beschreiben die Kurator*innen, wie diese Projekte Zugehörigkeiten bzw. neue Allianzen stiften.

Zum anderen gibt es die öffentlichen sogenannten Sundowner – öffentliche Vorträge von erfahrenen Kurator*innen, die alternative Praktiken zum aktivieren von Communities diskutieren.

In academyinternen Veranstaltungen werden die Kurator*innen intensiv mit den Hosts der Young Curators Academy, sowie internationalen Kurator*innen, Aktivist*innen und eingeladenen Künstler*innen des Berliner Herbstsalons arbeiten.

Zum Abschluss der Academy ist das Publikum zu drei öffentlichen Diskussionen mit den Kurator*innen eingeladen.

WHEN

Young Curators Academy Marathon
Eintritt frei
In English

SA. 26.10. 20:30 Uhr Container
Anschließend Party mit Sarah Farina u.a.

SO. 27.10. 16:00 Uhr Container

MO. 28.10. 18:00 Uhr Container

Young Curators Academy Sundowner
Eintritt frei
In English

DI. 29.10. 18:00 Uhr Lichtsaal

MI. 30.10. 18:00 Uhr Lichtsaal

DO. 31.10. 18:00 Uhr Lichtsaal

WHO

TEILNEHMER*INNEN
Soukaina Aboulaoula Riksa Afiaty Mona Benyamin Vladimir Bjeličić Rafika Chawishe Adela Demetja Aylime Aslı Demir Fatou Kiné Diouf Yuan Fuca Helia Hamedani Martha Luisa Hernández Cadenas Thao Ho Huang Ding-Yun Lyse Ishimwe Nsengiyumva Liene Jurgelāne Rola Khayyat Sreyneang Khon Olivia Hyunsin Kim Lee Cheah Ni Zhazgul Madazimova Chepkemboi J. Mang'ira Donna Miranda Nhung Dinh Amila Puzić Aya Rebai Promona Sengupta Uygar Önder Şİmşek Sasapin Siriwanij Ida Ślęzak Aziz Sohail Corrie Tan Phoo Myat Thwe Arkadi Zaides

HOSTS
Ong Keng Sen, Leiter von TheatreWorks und dem Kunstraum 72-13 in Singapur, gründete das Arts Network Asia, die internationale Curators Academy und die nomadische Künstlerresidenz The Flying Circus Project. Von 2014 bis 2017 war Ong außerdem Leiter des Singapore International Festival of Arts (SIFA), das von ihm gegründet wurde. Er hat einen Doktortitel in Performance Studies der New York University, Tisch School of the Arts.

Erden Kosova ist Kunstkritiker in Istanbul und Berlin, war Redakteur von red-thread.org und schreibt im Moment ein Buch über den türkischen Konzeptkünstler Cengiz Çekil. Außerdem wirkt er an einem Forschungsprojekt von Galit Eilat mit, das sich mit eschatologischem Denken in der Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt. Er hat an mehreren Ausgaben des Berliner Herbstsalon am Maxim Gorki Theater mitgearbeitet.

Irina Szodruch arbeitete als Dramaturgin an der Schaubühne Berlin. Am Ballhaus Naunynstraße initiierte sie das Festival Voicing Resistance. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Szodruch feste Dramaturgin am Maxim Gorki Theater, wo sie regelmäßig mit Hakan Savas Mican und Yael Ronen zusammen arbeitet und an preisgekrönten Stücken wie Common Ground und The Situation beteiligt ist.

SUNDOWNERS
Galit Eilat, seit 2018 Direktorin der Meduza Foundation, ist freie Kuratorin und Autorin in Amsterdam, die kollektive Begegnungen und Erfahrungen in ihren Projekten ermöglicht, um einen kritischen Blick auf den Status quo zu werfen. Durch vielseitige ortsspezifische Projekte, oft in Zusammenarbeit mit politischen Akteur*innen, widmet sie sich den Themen »Syndrome of the Present« sowie totalitäre Kunst vs. Kunst im Totalitarismus.

und andere

CLOSED YCA SESSIONS
Shermin Langhoff ist Intendantin des staatlichen Maxim Gorki Theaters in Berlin, das 2014 und 2016 zum Theater des Jahres gewählt wurde. Zuvor hatte Langhoff das postmigrantische Theater am Ballhaus Naunynstraße gegründet, dessen Konzept und Produktionen international für Aufsehen sorgten. Unter ihrer Leitung avanciert auch das Gorki zu einem weltweit vielbeachteten Theater: mit einem vielsprachigen Ensemble erzählt es in zeitgenössischen Stücken und radikalen Neuinterpretationen bekannter Texte Geschichten der heutigen heterogenen Gesellschaft. Für diese Arbeit wurde Shermin Langhoff vielfach ausgezeichnet.

The Center for Intersectional Justice ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin, die Mehrfachdiskriminierungen bekämpft und sich so für Gleichheit und Gerechtigkeit in Europa einsetzt. Das CIJ nimmt Einfluss auf den öffentlichen Diskurs und die Politik in Form von Interessenvertretung, Forschung und Beratung sowie durch Publikationen zu Mehrfachdiskriminierung aufgrund von race, class, gender und allen anderen Unterdrückungssystemen, die Ungleichheit aufrechterhalten.

The Center for Political Beauty (ZPS) ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit und der Erhaltung von Humanität. Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss. Die aktivistischen Kunstwerke, Ausstellungen und Theaterstücke des ZPS wurden bisher u. a. im Maxim Gorki Theater, auf der 7. Berlin Biennale, im ZKM Karlsruhe und im Steirischen Herbst gezeigt.

Aljoscha Begrich studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Kulturwissenschaft in Berlin, Buenos Aires und Mexiko City. Er war als Bühnenbildner tätig seit 2003, unter anderem an der Oper Dortmund, der Columbia University New York, am Staatstheater Stuttgart sowie seit 2006 mit der freien Gruppe lunatiks produktion. Seit 2009 arbeitet er als Dramaturg, u.a. am Schauspiel Hannover und mit Rimini Protokoll. Seit der Spielzeit 2014/15 ist er fester Dramaturg am Gorki Theater Berlin.

Çağla Ilk hat Architektur in Istanbul und Berlin studiert und arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Urbanistik und Architektur. Seit 2012 ist sie Künstlerische Referentin der Intendantin am Maxim Gorki Theater und dort u.a. für den Berliner Herbstsalon zuständig. Mit ihrer interdisziplinären-postmigrantischen Plattform Büro Milk interveniert sie mit Performances in öffentlichen Räumen u.a. in Berlin, München und Istanbul. Sie ist im Präsidium der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst und Mitglied im Rat für die Künste Berlin.

Regina José Galindo arbeitet in Guatemala als bildende Künstlerin und Dichterin mit dem Schwerpunkt auf Performances, die den Kontext des Landes zum Ausgangspunkt für Gewalt und Unrecht aufgrund von rassistischer und sexistischer Diskriminierung in hierarchischen Gesellschaften nehmen. Unter anderem hat sie an der 49., 53. und 54. Biennale in Venedig teilgenommen, sowie an der Documenta 14 in Athen und Kassel.

Marta Górnicka ist Regisseurin und Sängerin. Mit Unterstützung des Zbigniew-Raszewski-Theater-Instituts in Warschau gründete sie den Chorus of Women. Ihre Stücke M[other] Courage und Hymne an die Liebe wurden im Maxim Gorki Theater gezeigt, am 3. Oktober 2018 präsentierte sie Grundgesetz vor dem Brandenburger Tor. Am Maxim Gorki Theater gründet sie derzeit das Political Voice Institute.

Grada Kilomba arbeitet als interdisziplinäre Künstlerin in Berlin. ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt wie z. B. auf der 10. Berlin Biennale (2018), documenta 14 in Kassel (2017) und der 32. São Paulo Biennale (2016). Sie war Gastprofessorin für Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat an diversen internationalen Universitäten unterrichtet. Sie nahm am letzten Herbstsalon teil und kuratierte die Veranstaltungsreihe Kosmos² im Maxim Gorki Theater.

Delaine Le Basist Kuratorin der ersten Roma Biennale COME OUT NOW! am Maxim Gorki Theater (2018), ihre Werke wurden u. a. auf der Biennale in Venedig (2007, 2017, 2019), im Tate Modern (2017) und auf der Gwangju Biennale (2012) vorgestellt. Für das Maxim Gorki Theater entwarf sie Malerei, Artwork und Kostüme für Roma Armee und Rewitching Europe.

Sasha Marianna Salzmann ist Dramatikerin, Essayistin, Kuratorin und Romanautorin. Sie ist seit der Spielzeit 2013/14 Hausautorin am Gorki und war bis 2015 Künstlerische Leiterin des Studio Я. Zusammen mit Maxi Obexer gründete sie 2015 das Neue Institut für Dramatisches Schreiben.2016 war sie die Mitinitiatorin von Desintegration, einem Kongress zeitgenössischer jüdischer Positionen im Studio Я. Im Repertoire des Maxim Gorki Theaters sind Zucken und eine Adaption ihres Romans Ausser sich zu sehen.

SAVVY Contemporary ist Kunstraum, diskursive Plattform und Ort für gutes Essen und gute Getränke an der Schwelle zwischen Vorstellungen und Konstrukten des Westens und des Nicht-Westens, um diese Konzepte zu zerlegen. SAVVY Contemporary präsentiert Ausstellungen, Performances, Filmvorführungen, Vorträge, Konzerte, Lesungen, Diskussionen und Tanz. Darüber hinaus hat SAVVY Contemporary ein partizipatives Archiv für deutsche Kolonialgeschichte, ein Dokumentationszentrum für Performancekunst, eine Bibliothek und ein Residenzprogramm aufgebaut.