Sanja Iveković

Werk

GEN XX
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Fotografien, 1997-2001

Iveković verschneidet prominente Modelgesichter mit Namen und biografischen Angaben von Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges im antifaschistischen Widerstand waren und dafür hingerichtet oder in den Selbstmord getrieben wurden. Während die Biografien dieser Heldinnen vor Jahren noch präsent waren, verschwinden sie immer mehr aus dem kollektiven Gedächtnis. Iveković wirft nicht nur Fragen nach Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung auf, sondern verweist gleichsam auf die zunehmende kommerzielle Objektifizierung von Frauen und ihren Körpern als reine Oberfläche.

Osobni Rezovi (Personal Cuts)
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Video, 1982

In dem dreiminütigen Video erscheint Iveković mit einer schwarzen Strumpfmaske über dem Kopf. Jeder (Scheren-)Schnitt legt einen Teil ihres Gesichts frei und zeigt einen (Aus-)Schnitt von Archivbildern des jugoslawischen Fernsehens. Das Video wurde 1982 im staatlichen Fernsehen Jugoslawiens ausgestrahlt.

Trokut (Triangle)
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Fotografien, 1979

In vier Bildern und einem Text beschreibt das Werk Ivekovićs Aktion zur Staatsparade Titos am 10. Mai 1979: Indem sie eine Masturbation performt, entspinnt sie ein komplexes Beziehungsdreieck zwischen Männern und Frauen, Gesten und Blicken, Autorität und Widerstand. Diese ikonisch gewordene Arbeit steht exemplarisch für Ivekovićs Auseinandersetzung mit öffentlichen und privaten Räumen, ihrer kritischen Hinterfragung von Geschlechterrollen und ihrem künstlerisch-politischen Aktivismus.

Sanja Iveković, geboren 1949, lebt und arbeitet in Zagreb. Iveković gehört zu der künstlerischen Generation, die unter dem Oberbegriff New Art Practice zusammengefasst ist und nach 1968 entstanden ist. Ivekovićs Werke wurden international gezeigt, u. a. documenta (1987, 2002, 2007, 2012, 2017), Tate Modern (2012) und Museum of Modern Art (2011, 2015). Iveković ist die Gründerin von Electra – The Women’s Art Center Zagreb.