Yael Bartana

Werk

TASHLIKH (CAST OFF)
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Video, 2017

Diese Arbeit ist inspiriert vom jüdischen Brauch »Taschlich«, bei dem Taschen und Kleider am Ufer von Flüssen, Seen oder Meeren ausgeschüttelt werden, um die Vergebung der Sünden zu erbitten. Bartana erweitert dieses Ritual des symbolischen Loswerdens von Objekten zur persönlichen seelischen Reinigung auf ein kollektives historisches (Unter-) Bewusstsein: Soldatenmäntel, Bibeln, Brillen, Menora stehen hier für persönliche Geschichten und gesellschaftliche Ordnungen, die überwunden werden müssen, um sich zu befreien.

Die Vorführung findet im Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum statt vom 27.10.-10.11., täglich von 16:00–18:00 Uhr statt.

Bild: Yael Bartana, Tashlikh, 2017, video still, courtesy of Capitain Petzel Gallery, Berlin; Annet Gelink Gallery, Amsterdam, and Sommer Contemporary Art, Tel Aviv; Galleria Rafaella Cortese, Milan

Tuning
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Video, 2001

In dem Video von 2001 sehen wir eine junge Frau in einem Anzug, die beim Ertönen der US-amerikanischen Hymne salutiert. Doch die Hand will anders als der Kopf. Dabei wird ein Automatismus sichtbar, der sich kaum steuern lässt: Ein verkörperter Widerstand gegen ein antrainiertes Ritual.

Profile
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Video, 2000

In dem Video von 2000 sehen wir die Bewegungen einer jungen israelischen Soldatin: die Videokamera folgt ihren Händen, ihren Augen. Wir erfahren nicht, wie, warum oder worauf sie schießt, aber wir sehen, dass sie es tut. Die Kamera fragt nicht nach Motiv oder Überzeugung der Soldatinnen, sondern zeichnet die fast schon rituellen
Bewegungen auf.

Yael Bartanas Filme, Installationen und Fotografien untersuchen die Bildwelt von Identität und die Politik der Erinnerung. Ihre Arbeiten waren u.a. im PS1/MoMA New York, Centre Pompidou, Documenta, sowie auf der Biennale in Venedig zu sehen. Im September 2020 findet eine umfangreiche Einzelausstellung ihrer Werke im Jüdischen Museum Berlin statt.