Lea Draeger

Werk

Die Heiliginnen
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Künstlerbuch, 2019

In der Tradition des Künstlerbuchs gestaltet Lea Draeger ein 36-seitiges Werk: Über mehrere Generationen hinweg erzählt sie ihre Familiengeschichte und beschreibt deren katholisch geprägte, patriarchale Strukturen zwischen Hexenverfolgung, Papst- verehrung und männlicher häuslicher Gewalt. Die komplexe und leidvolle Geschichte der Protagonist*innen wird ästhetisch mit der Ikonografie von Heiligendarstellungen verknüpft. Draegers Ikonen sind zugleich ikonoklastische Zerstörung des Gewaltzusammenhangs zwischen Religion, Patriarchat und dem Familienbild des Bürgertums.

Lea Draeger Die Heiliginnen, Courtesy Ebensperger Rhomberg Berlin/Salzburg, 2019
Foto: Lutz Knospe

1000 ökonomische Päpste
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Zeichnungen, 2015-19

Lea Draeger entfesselt die institutionelle Figur des Papstes und überführt den päpstlichen Körper, samt Gestik, Mimik und Insignien patriarchaler Macht, in mögliche wie unmögliche Situationen. Mal böse, verschmitzt, sexy, Sport treibend oder in der Rolle von Don Quichotte: Draegers Zeichnungen sind humoreske Aufrufe gegen kirchliche Deutungshoheit und stellen die unhinterfragte Identifikation mit der katholischpaternalistischen Unfehlbarkeitsideologie zur Disposition.

Lea Draeger, geboren 1980, lebt und arbeitet in Berlin. Seit 2015 Ensemblemitglied am Maxim Gorki Theater. Draegers Arbeiten wurden u.a. im Van Abbemuseum Eindhoven (2018), in der Sammlung Friedrichshof (2018) und in der Galerie Patrick Ebensperger Rhomberg (2019) gezeigt.