Candice Breitz

Werk

TDLR
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Videoinstallation, 2017

TLDR (Too long, did not read) ist ein Porträt einer Gemeinschaft von Sexarbeiter*innen aus Kapstadt, die dem Aktivist*innenkollektiv SWEAT (Sex Workers Education & Advocacy Taskforce) angehören. Als Fortsetzung von Breitz’s Arbeit Love Story reflektiert TLDR das Verhältnis zwischen Weiß-sein, Privileg und Sichtbarkeit, sowie das Schwinden unserer Aufmerksamkeitsspanne in einer Celebrity fetischisierenden Informationsökonomie. Zwischen Kunst und Aktivismus balancierend hinterfragt das Werk, ob es privilegierten Künstler*innen gelingen kann, Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit zu verstärken und dabei marginalisierte Gemeinschaften zu vertreten.

TLDR wird von Xanny Stevens erzählt. Die Arbeit zeigt Zoe Black, Connie, Duduzile Dlamini, Emmah, Gabbi, Regina High, Jenny, Jowi, Buhle Nobuzana, Tenderlove, Nosipho Vidima. In Gedenken an Nokuphila Kumalo.

Candice Breitz, Still from TLDR, 2017, 13-Channel Installation
Featured Here: Tenderlove, Duduzile Dlamini, Regina High, Jenny and Zoe Black, Commissioned by the B3 Biennial of the Moving Image, Frankfurt. Courtesy © KOW, Berlin.

Profile (Variante B)
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Video, 2017

Profile verbindet Selbstporträt mit Markenwerbung, Biographien mit Racial Profiling, Künstlerstatement mit politischer Kampagne. Die von Candice Breitz anlässlich ihrer Teilnahme am südafrikanischen Pavillon auf der 57. Biennale in Venedig 2017 produzierte Arbeit Profile befragt die Wirkungsweise von Repräsentation und thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen der Identität eines/einer Künstler*in und der Besonderheit seiner/ihrer künstlerischen Praxis. Mit den südafrikanischen Künstler*innen Igshaan Adams, Roger Ballen, Steven Cohen, Gabrielle Goliath, Dean Hutton, Banele Khoza, Gerald Machona, Buhlebezwe Siwani, Chuma Sopotela und Sue Williamson.

Candice Breitz, 1972 geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, u.a. La Biennale di Venezia (2017), im Neuen Berliner Kunstverein (2019) sowie im Museum Folkwang, Essen (2019). Soloausstellungen im Baltimore Museum of Art, Tate Liverpool und im Kunstmuseum Bonn (alle 2020).